Steinmaurerdom

TEAM STOA
Paula Kohlberger, 12. 07. 2003
Emily Panzl, 17. 08. 2003
Jan Vukovic, 26. 11. 2002
Tobias Posch, 15. 10. 2002
Johannes Krenn, 03. 02. 2003
Der „Steinmaurerdom“ ist eine Art ökumenisches Gotteshaus als paradiesischer und klar konstruierter
Zufluchtsraum für Schutzsuchende in der lebensfeindlichen Umgebung einer ungewissen Zukunft mit
Klimawandel, Ressourcenknappheit und Kriegen.

Projektbeschreibung

Allgemeines

Das Projekt STEINMAURERDOM wurde über viele Tage bzw. Wochen hinweg mit den Programmen
Minecraft 1.8.8. und Kuda Extreme in einer intensiven Auseinandersetzung entwickelt. Wir haben uns
für ein innovatives Konzept entschieden, das vermutlich nicht unbedingt den klassischen Vorstellungen
eines zukunftsvisionären Bauwerkes entspricht. Wir hoffen dennoch, dass der Jury unser Konzept
gefällt!
Unser Gruppenname „TEAM STOA“ ist zweifach zu verstehen:
Erstens verweist „Stoa“ auf die stoische Philosophie mit den wichtigen Bereichen Physik, Logik und
Ethik. Architektonisch findet sich bei unserem Gebäude eine Art Vorhalle mit Säulen als philosophisch
räumliches Zitat. Zweitens bedeutet „Stoa“ [schdoà] im Dialekt „Stein“. Stein ist ein uralter und
langlebiger, isolierender bzw. wärme- oder kältespeichernder Baustoff. Unser Bauwerk besteht
größtenteils aus weißem Quarzstein, der durch seine Farbgebung das Licht reflektiert, um einen
möglichst effizienten Lichthaushalt zu ermöglichen.
Der Projektname bezieht sich auf einen Lehrer für Religion an unserer Schule, Herrn Mag. Steinmaurer.
Außerdem lässt sich in der Namensgebung ein Bezug zu den Freimaurern verorten. Unser Gotteshaus
erscheint geheimnisvoll und transzendent. Es ist multifunktionell und für Menschen aller
Glaubensgemeinschaften offen. Die kreuzförmigen Blitzableiter auf den Turmdächern garantieren den
Schutz des Holzdaches vor Feuer durch Blitzeinschlag.
Das riesige futuristische, und dennoch irgendwie altertümliche Gebäude im dystopischen Umfeld
bietet Platz für Hilfesuchende in der endlosen, unwirtlichen Wüste. Als Topos für fruchtbares Leben
fließt durch den Kirchenraum ein Fluss, der wiederum einen Garten (Eden) speist, welcher den
zahlreichen Besucher/innen frische Lebensmittel liefert. Wir haben mit dem STEINMAURERDOM eine
sichere, autark funktionierende, nachhaltige und langlebige Oase in der Wüste entwickelt.
Die Fenster an der Decke und an den Seitenwänden sind mehrfach verglast und teilweise getönt. Die
Fenster zum Garten sind licht- und wärmedurchlässig, damit ein leichter Treibhauseffekt entsteht.
Zwei Flüsse, die im Dom fließen (gleichsam die zwei Urflüsse Styx und Okeanos), treiben einen
Generator an, der den Strom für Energiesparlampen und Heizung erzeugt.
Zwei Türme mit je einer eisernen Glocke sind akustische und visuelle Wegweiser für Schutzsuchende
und verirrte Wüstenwanderer.

TEAM STOA STEINMAURERDOM BG/BRG BAD ISCHL

Projekt „Steinmaurerdom“: Ein Appell an die Menschlichkeit
Das Projekt „Steinmaurerdom“ entstand durch die Idee von einer Konstruktion eines
multifunktionellen und -kulturellen Gotteshauses mitten in der Wüste. In der heutigen Zeit, in der sich
die Unterschiede zwischen Volks- und Religionsgruppen entweder immer mehr verschwinden oder
sich verstärken, erscheint es obsolet, dass sich jede religiöse Gemeinschaft ihre eigenen, privaten
Gotteshäuser erbaut.
In unserem Projekt gehen wir einer Frage nach, die mich bereits seit dem Kindesalter verwirrt: Weshalb
werden Kirchen, Moscheen, Synagogen oder andere Gotteshäuser für Millionen und Abermillionen
erbaut, während viele treue Anhänger der Religionen in bitterer Armut leben? Wäre es nicht sinnvoller
und zeitgemäßer, Gebäude für diese Hilfesuchenden zu bauen, in denen sie den Grundstein für einen
Neustart ins Leben aufbauen können?
Ein Gebäude wie den „Steinmaurerdom“!
Der Bauort mitten in der Wüste steht symbolhaft für eine Oase der Menschlichkeit mitten in einer
Wüste der heutigen berechnenden Gesellschaft, in der die Grundregel „survival of the fittest“ immer
passender wird. Wer durch das System fällt, wird in Österreich zwar durch das noch funktionierende
Sozialsystem aufgefangen, doch bereits in zahlreichen anderen Ländern der Welt geht es in diesem Fall
nur mehr bergab. Ab einem gewissen Punkt ist ein Neustart so gut wie unmöglich. Daher sollte dieses,
über Wochen hinweg entwickelte Projekt, eine Art Appell an die Menschlichkeit sein sowie eine Art
Kritik an der Weise, wie Religionsgemeinschaften ihre Gelder investieren und ihre Gotteshäuser den
Menschen zur Verfügung stellen.
Unser utopisches Projekt war nicht nur technisch, sondern auch menschlich-kooperativ für uns eine
schöne Herausforderung, denn wir haben gleichzeitig an eigenen Laptops am „Steinmaurerdom“
gearbeitet und konstruiert. Immer wieder entstanden neue Ideen, die dann häufig andere
überlagerten. So wurden des Öfteren Rufe des Entsetzens laut, wie etwa: „He!!! Was machst du???!!!
Du zerstörst mir, was ich gerade eben aufgebaut habe!“ Diese Differenzen konnten wir aus der Welt
schaffen – nicht nur durch Rückbauten, sondern auch durch Erklärungen, Kompromisse und
gemeinsam entwickelte neue architektonische Ideen. Dieses Wachsen unseres Bauwerks, indem sich
aus der Vielfalt eine Einheit entwickelt hat, war eine schöne Erfahrung für unser Team!
Jan Vukovic für das TEAM STOA

Weitere Impressionen entnehmen Sie bitte unserer Videodatei und mehreren Bildern!

Dokumente