Willkommen im Rahmen Ihrer Möglichkeiten!

Das Rahmenteam
Johanna Meßner, 8.10.1996
Thomas Emil Rasmus, 18.08.1998
Die Stadt als Peripherie der Natur. Eine autarke, gestapelte Stadt, die entlang einer strikt linearen Wegführung rund um eine grüne Reserve in die Höhe wachsen kann. Die lineare Stadt besticht durch ihre flexible Struktur, Spontanität und Diversität.

Projektbeschreibung

Im Zuge des Studios Städtebau an der TU Wien, ein großes Entwerfen, dass sich über ein gesamtes Semester zieht, können Studenten anhand eines vorgegebenen 1 Quadratkilometer großen Bereich in Wien städtebauliche Konzepte ausarbeiten. Neben dem großen Thema des Klimas und dem ökologischen Bauen, galt es dieses Semester Reserveflächen vorstädtischer Bereiche in Wien zu bespielen. Der ausgewählte Quadrant in Kaiserebersdorf, Wien Simmering direkt neben dem Zentralfriedhof, der Feuerhalle Simmering und dem Schloss Neugebäude stellt eine unheimlich spannende Mixtur an Nutzungen, Geschichte und Topografie dar. Der erste Schritt war eine ausführliche Analyse beziehungsweise Herausarbeitung der vorhandenen und fehlenden Qualitäten. Während dieser doch sehr ausführlichen Arbeit entstanden schon die ersten Konzepte. Uns war relativ schnell klar, dass die riesige Unbebaute Grünfläche in der Mitte des Quadranten die Wälder, Äcker aber auch brachliegende Grünflächen beinhaltet eine große Rolle in unserem Entwurf spielen muss. Darüberhinaus sind an den Begrenzungen der Grünfläche fast alle im Quadranten vorhanden Nutzungen aufgereiht. Dies hat zur Folge dass die Grünfläche von außen nicht vorrangig ersichtlich ist, und ein vollkommenes Durcheinander herrscht. Die Fassung einer Reserve, war einer der ersten Arbeitstitel, ein Bilderrahmen um eine Grünfläche. Dieser Bilderrahmen entwickelt sich dann relativ schnell in die Höhe und bekam Nutzungen. Daraus entstand der erste Entwurf des Rahmenwerks, ein Regelwerk wie unser Rahmen bebaut werden darf. Wir führten dieses Rahmenwerk dann etwas genauer aus, etablierten ein Fortbewegungs- sowie ein Entsorgungssystem mittels dem Kapselsystem eine Art Lift der sich im gesamten Rahmen horizontal und vertikal bewegen kann, und noch viel viel mehr. Das Rahmenwerk haben wir natürlich dem Anhang zu gefügt. Als Grundintention hat sich folgende Frage herauskristallisiert. "Kann man auf einem zwanzig Meter breiten Streifen Stadtbauen und diesen Übereinanderstapeln?!" Danken wollen wir unseren unterstützenden Betreuern Markus Tomaselli und Maria Baumgartner, die uns immer wieder auf den richtigen Pfad gelenkt haben!! Hier noch der erste Auszug aus dem Rahmenwerk. KONZEPT Das Zentrum einer wachsenden Stadt hat entsprechend seiner sich ebenfalls stetig ausdehnenden Peripherie eine immer höher werdende Dichte. Naturbelassener Grünraum wird immer weiter stadtauswärts gedrängt. Aus diesem Prinzip hat sich die Auffassung von Natur als unbebaute Restfläche einer kommenden städtebaulichen Expansion als Selbstverständnis im Denken städtischer Bewohner etabliert. Natur als Peripherie der Stadt. Ziel ist es diesem Selbstverständnis ein Gegenkonzept entgegenzustellen. Der städtische Kern wird als Naturraum neu definiert und die Möglichkeit der Bebauung soll sich auf seine Umrandung beschränken. Eine autarke Stadt, die entlang einer strikt linearen Führung in die Höhe wachsen kann. Dabei steht die Umsetzung der linearen Straßenbebauung im Vordergrund. Durch bewusst gesetzte Eingriffe soll Spontanität gesichert werden und Diversität und Durchmischung entstehen. Eine möglichst flexible Struktur soll Platz für individuelle Verwirklichung bieten. Rahmen über Rahmen steigt die lineare Stadt auf und schafft auf all ihren Ebenen mittels/trotz eines gemeinsamen Regelwerkes sich stetig abwechselnde Atmosphären und Soziotope. Die „gestapelte“ Stadt schlingt sich um die grüne Reserve und bewahrt diese als natürlichen Ort der Zuflucht. Die Stadt als Peripherie der Natur.

Dokumente